Kapitel 1. *

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Pov. Mila.

Ich lag zusammengerollt in meiner Zelle. Als Panther hatte ich gerade nichts zu tun. In solchen Momenten war das Leben hier einfach schrecklich langweilig. Auf einmal schreckte ich auf - der Alarm ging los. Wieder einmal. Na Super, Angreifer, knurrte ich und setzte mich auf meine Pfoten. Wie immer wartete ich darauf, dass mich jemand aus dieser dreckigen Zelle ließ, aber niemand kam. Seufzend legte mich wieder hin - wozu war ich denn da, wenn ich nicht kämpfen durfte? Die Tür flog krachend auf und erschrocken fuhr ich hoch. Aus Reflex schaute ich in den Flur, um herauszufinden, wer dort war. Nein. Es hätte jeder Mensch auf dieser Welt sein können, jeder! Ich hätte mich nicht einmal beschwert, wenn irgendwer von Hydra im Türrahmen gestanden hätte. Aber Nein. Es musste natürlich der Mensch sein, den ich niemals in meinem ganzen Leben erblicken wollte. Der Mensch, den ich über alles hasste. Dort, am anderen Ende der Zelle, stand mein Vater. Tony Stark.

Wut kroch meine Kehle hinauf und ich fletschte meine messerscharfen Zähne. „Steve! Wir haben hier ein klitzekleines Problem mit schwarzem Fell!" rief er eingeschüchtert. Steve Rogers, auch bekannt als Captain America, auch bekannt als Captain Iglo. Man nannte ihn den „Anführer" der Avengers.... warte. Das hieß, die Avengers waren hier? Wunderbar. Wurde ja immer besser. Langsam lief ich auf den Mann im roten Anzug zu. Meine Muskeln spannten sich an und ich war bereit zum Sprung. Ich weiß, er ist mein Dad... aber trotzdem war er hier gerade der Feind! „Ganz ruhig, Kätzchen, wir wollen dir nix tun." Ihr tut mir schon etwas mit eurer reinen Anwesenheit weh, meinte ich genervt. Ich konnte zwar reden, jedoch verstand mich niemand, wenn ich in meiner Panthergestalt war. Denn ich persönlich kannte niemanden, der pantherisch konnte.

Iron Man hob seine Hand, welche von seinem tödlichen Anzug eingeschlossen war. Würde er jetzt einen seltenen Panther erschießen? Anscheinend traute er sich nicht, als es aufblitze und er neben mich schoss. Vermutlich, um mich einzuschüchtern. Ich hob meine Augenbraue, das sollte mir Angst machen? Ein Schuss? Da brauchte er schon etwas mehr. Meine Pfoten hoben vom rauen Untergrund ab und ich stieß mit voller Wucht gegen ihn. Er verlor das Gleichgewicht und knallte mit seinem super tollen Anzug auf den Boden. Da hatte ihn wohl die Technik nicht davon bewahrt, auf seinen Hintern zu fallen. Ich blickte ihn mit grimmigem Blick direkt in die Augen. „Leute? Ich brauche hier dringend Unterstützung.", flehte Tony und ich konnte förmlich spüren, wie ihm der Schweiß ausbrach. Eine Gestalt erschien im Gang: „Danke, wenigstens EINE hilft mir." Oh, verdammt! Natasha Romanoff, besser bekannt als Black Widow, aka Na dann geh ich mich mal verabschieden, glitt elegant in den Raum. Vorsichtig zog ich mich von Tony zurück und setzte mich brav neben ihn. Ich wusste, dass ich es mit beiden gleichzeitig nicht aufnehmen könnte. Ich leckte entspannt meine vordere Pfote, als Natasha mich erblickte. Sie lachte kehlig: „Wofür genau brauchtest du jetzt meine Unterstützung, Tony?", fragte sie. „Kommst du nicht einmal mit einer kleinen Katze aus?" Perfekt, genau das wollte ich erreichen - dass er dumm dasteht. „Ich schwöre, das Vieh-", begann Tony, aber ich unterbrach ihn knurrend. Ich hasste es, wenn man mich Vieh nannte. Ich war ja letztendlich immer noch irgendwie ein Mensch... auch wenn sie es nicht wussten. Wütend sah Tony Natasha an. „Der Panther", sagte er und zeigte auf mich, „lag bis gerade eben noch auf mir und wollte mich fressen!" Ha, witzig, als ob ich Scheiße fressen wollen würde. Natasha erwiderte etwas und ich beobachtete die Beiden mit gerunzelter Stirn, wie sie sich über mich stritten. Es war mir nur recht, so wurde ich wenigstens nicht erschossen. Mit der Zeit ließ Natasha auch ihre Waffe sinken, da sie mit Tony in eine hitzige Debatte über Quietscheentchen geraten war.

Nun kamen auch noch Clint Barton und Steve Rogers in die Zelle und blickten sich interessiert um. Verdammt, was war das hier? Ein Zirkus? Mir wurde das alles hier zu bunt. Ich musste es schaffen, diesen Superhelden zu entkommen, das konnte ja nicht zu schwer sein! Ich bewegte meine Pfote, um langsam wegzuschleichen, doch im selben Moment war Natashas Waffe wieder auf mich gerichtet. Okay, ja, sie war wirklich gut. Ich zog meine Tatze wieder zurück und starrte die Avengers wütend an.„Und was machen wir jetzt mit der Mieze?", fragte Clint eingeschüchtert. Mich gehen lassen und nie wieder an mich denken? antwortete ich in meinen Gedanken. „Sie wollte mich mit ihren Zähnen zerfleischen! Außerdem ist sie bestimmt schon länger bei Hydra und naja... ihr wisst ja, Hydra experimentiert gerne an allem herum.", beschwerte sich Tony. „Ich regle das, keine Sorge." Clint richtete seinen gespannten Bogen auf mich und ich ließ meinen Kopf hängen. Ja, sollte er doch schießen - dann war ich endlich die ganzen Alpträume, zusammen mit den ganzen Erinnerungen an diesen Ort los. Dann sah ich endlich meine Mutter wieder und musste nicht mehr diesem Mann in roter Rüstung in die Augen sehen, der angeblich mein Vater sein sollte. Bitte.

Steve schüttelte seinen Kopf: „Nein, nicht. Es ist immer noch ein Panther, Clint. Hydra hin oder her. Wie nehmen ihn mit." Es war nett von ihm, dass er mich retten wollte, aber mir wäre es lieber, wenn Clint schoss. Steve zog etwas, was wie ein Walkie-Talkie aussah und sprach hinein: „Bruce, wie beruhigt man einen Panther?" Ein brabbeln am anderen Ende der Leitung. „Ja, das ist mir klar, aber gibt es noch andere Möglichkeiten? ... Nein? Schade, dann halt so." Er wandte sich an Tony. „Haben wir irgendwelche Waffen mit Betäubung?" Die konnten mich doch nicht betäuben! Also das war doch wohl... also ich meine... Ja okay, es war sicherer, aber... Tony kratzte sich am Kinn: „Was denkst du denn?" Er hob seinen Arm und ich konnte einen kleinen Pfeil mit einer Nadel erkennen. Echt jetzt? Ich hasse mein Leben, dachte ich. Er schoss und, welch Wunder, er traf. Ein leichter Schmerz bestätigte diesen Gedanken. Ich fauchte und sprang zu Seite. Es lohnte sich nicht anzugreifen, deshalb verzog ich mich in eine Ecke, rollte mich zusammen und wartete, bis das Zeug wirkte. Mein Atem beruhigte sich und meine Muskeln lockerten sich langsam. Man, wenn die mich jetzt untersuchte, haue ich allen eine rein, wenn ich aufwachte. Okay, das hätte ich sowieso getan, aber trotzdem. Ich sank in mir zusammen und meine Augen schlossen sich langsam. Das letzte, was ich sah, waren die braunen Augen meines Vaters. Und dann war ich weg.

So das ist das erste Kapitel. Mittlerweile wurde es sogar nochmal überarbeitet! Nämlich von Diddi_books !

Vielen Vielen Dank das du meine Kapitel überarbeitest! Ich weiß, dass sowas viel Zeit in Anspruch nimmt deswegen bin ich dir umso mehr dankbar das du das wirklich machst. Es wirklich ziemlich genial was du mit dem ersten Kapitel gemacht hast. Dankeschön!

Wir sehen uns dann im nächsten Kapitel!

Mila Stark ~ Tonys Tochter (Marvel ff)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt