Kapitel 2. *

14.5K 552 89
                                    

Pov. Mila

Mit brummendem Kopf wachte ich auf. Was war passiert?
Ach ja.
Mein Erzeuger.
Mit weiterhin geschlossenen Augen lauschte ich. Geräusche von Schuhen auf glattem Boden näherten sich — meines Wissens waren es Bruce Banner und Tony Stark. Nicht der schon wieder...

„Ihre Blutwerte sind in Ordnung, allerdings ein wenig unter dem Durchschnitt", sagte Bruce ruhig zu Tony, nachdem er in den Saal gekommen war und mich nun untersuchte.

„War doch nicht anders zu erwarten, das Ding ist von Hydra!", rief Tony wütend.
„Kannst du irgendwelche Besonderheiten feststellen?"

Bruces Hände spannten sich an. Anscheinend mochte er es nicht, wenn seine Arbeit nicht wertgeschätzt wurde. „Nein, aber der Puls schlägt in einem menschlichen Rhythmus, das ist-"

„Rhythmus hin oder her, das Vieh ist gefährlich, es wollte mich fressen!"
Tony machte sich bei mir nicht beliebter, indem er mich Vieh nannte...
„Wann wacht es auf?", fragte er gestresst.

„Eigentlich sollte sie schon wach sein, ich werde ihr etwas geben damit sie schneller munter wird", erwiderte der Gefragte.

Hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich Spritzen nicht leiden konnte? Ich zuckte mit meiner Pfote, damit sie sehen konnten, dass ich munter war

„Lass gut sein, Bruce, es hat sich bewegt! Es ist wach!"
Ja, genau, hör auf Bruce und gib mir keine Spritze! Bitte?

„Tony, nur weil sie sich bewegt heißt es nicht gleich, dass sie wach ist. Es kann auch einfach nur sein, dass sie träumt", antwortete Dr Banner und hielt mich fest, um mir die Spritze zu geben.
Er drückte meine Pfote auf den Tisch, kurz davor die Flüssigkeit in meinen Körper zu jagen, da knurrte ich warnend und das Gewicht auf meiner Pfote verschwand blitzschnell.

„Okay, scheint als ob sie wach ist..."

„Sagte ich doch", murmelte Tony, vergnügt darüber, dass er recht behalten hatte.

Ich öffnete meine Augen vorsichtig und erblickte einen breit grinsenden Tony Stark und einen Rücken, der offensichtlich zu Bruce gehörte. Letzterer drehte sich nun auch um und setze seine Brille ab.

Mein Blick streifte meine Vorderpfoten und hielt inne. Sie waren angekettet. Durch eine kurze Bewegung meiner hinteren Beine folgerte ich, dass auch diese in Fesseln steckten.
Okay, die sollten mich SOFORT losbinden, ansonsten gab es hier wirklich Ärger. Erneut knurrte ich, doch die Wissenschaftler schauten mich nur kurz an und begannen dann, eine hitzige Diskussion zu führen.

„Was hat es denn jetzt?", hörte ich Tony fragen.

„Achte doch auf ihre Körpersprache! Sie hat gemerkt, dass sie angekettet ist und will flüchten. Sie hat offensichtlich Angst!"

Angst? Ich lache der Angst ins Gesicht! Ich fühlte mich eher bedroht...

„Wenn du meinst...", gab Tony schließlich genervt bei und richtete seinen Blick wieder auf mich. „Hey, Vieh, wir werden dich niemals freilassen, hast du gehört? NIEMALS!"

Okay, also das reichte nun auch einmal. Das musste ich mir nicht gefallen lassen. Ich richtete mich auf dem Tisch auf, meine Rippenknochen knackten von der ungemütlichen Position und das kalte Metall der Fesseln drückte mir auf die schmerzende Haut. Ich sah Tony direkt in die Augen und wartete einige Sekunden, sodass sein Blick ungeduldig und ein wenig angespannt wurde — dann brüllte ich. Ich brüllte ihm direkt ins Gesicht, und ich sah ihn zittern. Dieser angsterfüllte Gesichtsausdruck meines Vaters war die ganze Aktion schon wert.

„Was zur Hölle hat das Ding gegen mich?"

Bruce schaute mich an und versuchte ernst zu bleiben, doch in seinem Gesicht konnte ich die leichte Freude über die Lektion für Tony doch erkennen.

Mila Stark ~ Tonys Tochter (Marvel ff)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt