30.Kapitel

11 1 0
                                    

Ethans Sicht

Meine Frage klang zweideutig, aber nur für sie. Eigentlich provozierte ich sie, um zu wissen, woran Amy als erstes dachte. Natürlich hatte ich nichts im Sinn. Das einzige, was mich beschäftigte war der Ball. Meine Geschwister beruhigten mich auf gewisser Art und Weise, aber die Nervosität verschwand nicht. Jedes Mal, wenn ich an den Ball dachte, stieg die Nervosität in mir auf. Sie brachte mein Herz zum rasen, meine Hände zum zittern. Ständig hörte ich das Nein in meinem Kopf. Die Chance, dass Amy Ja sagte war viel höher, als das sie Nein sagte. Trotzdem hatte ich Angst. Aber gerade war ich bei Amy, also sollte ich die Zeit genießen. Ich küsste sie an der Stelle ihres Pulses und fragte:,,Hm? Du hast mir nicht geantwortet. Was denkst du, was ich will?" ,,Ich...ich weiß es nicht." log meine Freundin. Ich gab nicht auf. ,,Warum bist du dann so rot geworden?" Sie befreite sich aus meinen Armen und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. ,,Ich bin nicht rot geworden." murmelte sie. Ich lachte. ,,Was ist so lustig?" Ich strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr und ließ meine Hand auf ihrer Wange ruhen. ,,Ich habe dich nur provoziert." gab ich letztendlich zu. ,,Ich weiß." ,,Woher?" fragte ich belustigt. ,,Es ist offensichtlich." ,,Was meinst du?" tat ich auf ahnungslos. ,,Du machst sowas sonst nie, also ist es doch klar, dass du es nicht ernst meinst." ,,Und was mache ich sonst nie?" wollte ich wissen. ,,Du-" Amy unterbrach sich selbst, indem sie ihre Hand auf dem Mund legte. ,,Ich?" Sie schüttelte den Kopf. ,,War auch nur ein Scherz." lachte ich. ,,Hm." machte Amy und sah beleidigt weg. ,,Hey, nicht böse sein. Lass uns gehen." Ich nahm ihre Hand und führte sie raus. Der Tanzraum war nicht weit von den Gemächern entfernt. Es befand sich in derselben Etage und grenzte an den zwei Musikräumen. Überall standen Wachen und die Dienstmädchen rannten von Raum zu Raum. Die Vorbereitungen für den Ball schienen gut zu laufen. Ich hatte vor später nachzuschauen und ein bisschen zu helfen. Außerdem wollte mich mein Vater sprechen und danach würde ich mit Diana proben, wie ich Amy den Antrag machte. Ich stellte es mir ziemlich komisch vor, vor meiner Schwester zu knien und ihr einen Antrag zu machen, auch wenn es nur eine Probe war. Bei dieser Vorstellung schmunzelte ich. Didi würde mich bestimmt beschimpfen, wenn ich etwas falsches tat. So war sie früher auch. Als ich vierzehn war, wusste Diana bereits, dass ich in Amy verliebt war. Sie hüpfte damals in meinem Zimmer auf und ab, beschimpfte mich, weil ich es nicht hinkriegte Amy meine Liebe zu gestehen. Danach schmiedete sie einen Plan für mich und erklärte mir, warum ich es genau an diesem Tag machen musste. Sie zwang mich kein Geschenk für Amys dreizehnten Geburtstag zu kaufen. Stattdessen musste ich heimlich ein Date für sie organisieren, um Amy dann zu fragen, ob sie meine Freundin sein wollte. Die Idee war gar nicht mal so schlecht. Aber an dem Tag, als ich ihr meine Liebe gestand, war ich nicht so nervös, wie heute.

,,Was denkst du?" holte mich Amy aus meinen Gedanken. ,,Ich habe mich an den Tag erinnert, an dem wir zusammengekommen sind. Damals hatte ich auch ein wenig Angst, dass du mich zurückweist." Ohne Vorwarnung hielt Amy an und sah mich mit leuchtenden Augen an. Sie schlang ihre Arme um meinen Oberkörper und lehnte ihren Kopf an meiner Brust. ,,Ich würde dich niemals zurückweisen." versprach sie. Ich erwiderte ihre Umarmung und drückte sie an mich. Wir blieben eine Weile so stehen, bis Amy sich dann von mir löste. ,,Wir sind vor meinem Gemach angekommen." lächelte sie. ,,Ich hole dich später ab, da wir einen anderen Eingang zum Ballsaal benutzen werden." sagte ich und streichelte ihr über das Haar. Sie nickte lächelnd, küsste mich und flüchtete in ihr Gemach. Ich berührte meine Lippen und lächelte. Es kam selten vor, dass sie mich küsste. Meistens tat ich es.

~~~~♡♡♡~~~~

Amelias Sicht

Ethan begleitete mich zu meinem Gemach und schmunzelte den ganzen Weg. Ich wurde neugierig, also fragte ich:,,Was denkst du?" ,,Ich habe mich an den Tag erinnert, an dem wir zusammengekommen sind. Damals hatte ich auch ein wenig Angst, dass du mich zurückweist." antwortete er lächelnd. Ich fand es süß, dass er sich noch daran erinnerte, aber er dachte ernsthaft, dass ich ihn zurückweisen würde? Da wir vor meinem Gemach ankamen, hielt ich an und sah ihn mit leuchtenden Augen an. Ich konnte nicht anders, als meine Arme um seinen Oberkörper zu schlingen und ihn zu umarmen. Er war anfangs etwas verwirrt, erwiderte dennoch die Umarmung. ,,Ich würde dich niemals zurückweisen." versprach ich. Nach einer Weile löste ich mich von ihm und sagte:,,Wir sind vor meinem Gemach angekommen." ,,Ich hole dich später ab, da wir einen anderen Eingang zum Ballsaal benutzen werden." meinte Ethan und streichelte mir über das Haar. Wie sehr ich mir wünschte, die Zeit könnte in diesem Moment anhalten. Ich liebte es, wenn er das tat. Als Antwort nickte ich lächelnd, gab ihm einen flüchtigen Kuss und rannte in mein Gemach. Es kam selten vor, dass ich ihn küsste. Meistens tat er es. Jetzt hatte ich noch ein bisschen Zeit, bis der Ball anfing, aber das hieß nicht, dass ich mich ausruhen konnte, denn kaum war ich im Zimmer klopften Dienstmädchen an meiner Tür. Für mich war es Zeit das nächste Kleid anzuziehen. Als ich es sah, fiel mir die Kinnlade runter. Es war ein riesiges rotes Ballkleid mit mehreren Schichten. Die oberste Schicht dekorierte man mit süßen kleinen dreidimensionalen Rosen. Um die Taille hatte es einen roten Gurt. Die Ärmel waren ebenfalls rot, aber durchsichtig. Darauf nähte man zweidimensionale Rosen. Das Kleid besaß einen V-Ausschnitt, auch mit dreidimensionalen Rosen am Rand des Ausschnitts. Das gesamte Kleid schmückte man mit goldenem Glitzer, sodass es im Licht rotgold leuchtete. Der Saum des Kleides war leicht nach innen gefaltet, sodass es beim laufen wackelte. Dieses Ballkleid symbolisierte mein Zuhause. Das Dorf der roten Rose. Nachdem ich das Kleid bestaunte, setzte ich mich auf dem Stuhl des Schminktisches und ließ die Dienstmädchen ihre Arbeit erledigen. Während zwei von ihnen sich um meine Frisur kümmerten, schminkten mich drei Dienstmädchen. Ich fühlte mich eingeengt. Hinter uns waren noch vier Mädchen, die das Kleid bügelten, die Schuhe säuberten und das Zimmer von neu aufräumten, da ich nach dem Ball wieder nach Hause ging.

What am I? *pausiert*Where stories live. Discover now