Sixty Three

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Mum und Dad sorgten sich die fünf Tage, die Harry und ich bei Ihnen blieben, um mich, als wäre ich eine Dreijährige. Sie fragten ständig, wie es mir ginge und ob ich etwas bräuchte. Auch Ruby verbrachte viel Zeit mit mir und Harry, selbst wenn ich ihr oftmals gesagt hatte, dass ich nicht aus Porzellan und immer noch die Alte war.

Ich hatte meine Familie vermisst. Nicht nur Mum, Dad und Ruby - sondern auch meine Grandma. Ich hatte Ruby nach ihr gefragt, wie es ihr ginge und ob ich sie mit Harry besuchen könne ... aber meine Schwester schüttelte nur den Kopf, als würde ich etwas seltsames Fragen.

Am dritten Abend hatte mir meine Mum dann erzählt, dass sie vor zwei Jahren verstorben ist.

Und ich hatte geweint.

Harry und ich besuchten meine Granny auf dem Friedhof, standen am Grab und brachten frische Blumen. Ich erzählte Harry, wie nett und liebenswürdig meine Großmutter gewesen war und er hielt meine Hand und gab mir ohne Worte zu verstehen, dass er für mich da war.

Meine Eltern teilten mir mit, dass meine Grandma eine ordentliche Summe Geld für mich hinterlegt hatte und gaben mir am Tag meiner Abreise den Check. Auch richteten sie mir einen Korb mit Bildern von ihnen, meinem Tagebuch und ein paar Dingen, die ich früher gerne hatte und ebenso auch vermisst hatte.

Sie fragten wo ich wohnte und ob ich sie wieder besuchen käme und ich stimmte zu, sagte, dass ich in London wohnte und dass ich bestimmt in den nächsten Wochen vorbei käme.

Ruby schrieb mir ihre Handynummer auf, sagte ich solle sie anrufen und ihr erzählen was ich so trieb und wie mein Zuhause aussah. Auch ihrer Bitte stimmte ich gerne zu.

Wir fuhren gerade aus Peterborough raus, als Harry die Stille mit seiner rauchigen Stimme durchbrach und ich seine Hand auf meinem Schenkel spürte.

"Was willst du machen, Lu?"

Er nannte mich in letzter Zeit nur noch Lu, Babe oder Süße. Und jedesmal fuhr ein warmer Schauer über meinen Rücken.

"Was meinst du?", ich legte meine Hand auf sein und fuhr mit dem Daumen über seine vernarbten Knöchel, die er von den zahlreichen Schlägereien hatte.

Er fuhr etwas langsamer, als er es üblicherweise tat und ich dankte ihm im Stillen dafür.

"Was du tun willst.", Harry lächelte und sah kurz zu mir. "Willst du zur Schule und studieren? Willst du weiter bei mir Zuhause sitzen und dich langweilen, während ich auf etlichen Sitzungen bin? Willst du für mich arbeiten, Lu? Was willst du tun? Ich möchte, dass es dir gut geht und dass du Spaß hast und das tust, was du willst."

Ich schluckte.

"Harry...", meine Finger verschränkten sich mit seinen. "Ich bin glücklich, wenn du es bist, ich möchte in deiner Nähe sein und es ist mir egal, was ich tue."

Ich wusste nicht, was ich da sprach, aber irgendwie entsprach es der Wahrheit.

Harry aber Lächelte nicht wider meines Erwartens, sondern runzelte die Stirn und schüttelte ernärgisch den Kopf. "Das ist falsch, Babe. Du brauchst eine Zukunft, du brauchst eine Sicherheit, okay?"

"Was meinst du damit, Harry?", ich drehte meinen Oberkörper in seine Richtung. "Soll ich mich absichern? Willst du weg gehen?"

Ich musste einfach vom Schlimmsten ausgehen, auch wenn ich Harry vertraute und ihn nicht verlieren wollte.

Die letzten Tage mit Harry waren die Schönsten in meinem Leben gewesen. Ich war bei meiner Familie und hatte ihn an meiner Seite. Er war zuvorkommend und liebevoll mit mir umgegangen, sorgte sich um mich wenn ich nur seufzte und berührte mich genau dann, wann ich es auch brauchte.

Ich konnte das nicht aufgeben, konnte das nicht einfach hinter mir lassen - vor allem, weil Harry sich wirklich gebessert hatte. Für mich.

"Nein!", er trat auf die Bremse und sah mich irritiert an. "Denkst du ich benehme mich umsonst so? Ich möchte, dass du bei mir bleibst, Süße, okay?"

Ich nickte und deutete auf die Straße. "Fahr weiter, Harry."

"Verdammt, Luisa!", er dachte nicht einmal daran weiter zu fahren, sondern drehte mir seinen Oberkörper zu. "Ich möchte doch einfach nur, dass du etwas hast woran du festhalten kannst. Dein eigenes Geld verdienen, verstehst du?"

Ich schüttelte den Kopf. "Ich habe dich, Harry. Das reicht mir."

Er fuhr sich gestresst durch seine kurzen Haare. "Scheiße, sei nicht so dumm! Du hast Potential und bist die cleverste Person, der ich begegnet bin. Sei bitte nicht so dumm und werf diese scheiß Chance einfach weg!"

Mein Hals wurde trocken und ich biss mir auf meinen Lippen herum, um meine Nervosität zu bändigen.

Selten hatte ich Harry so über mich sprechen hören, denn eigentlich war immer klar gewesen, dass ich das tat was er machte. Egal, ob es gut oder schlecht für mich war. Im meisten Falle war es nicht gut für mich ausgegangen.

"Harry...", ich räusperte mich und schluckte mehrmals. "Ich hatte früher -", ein nervöses Lachen fiel von meinen Lippen. "Also ich meine vor dir. Da...uhm, also da wollte ich Journalistin werden.", ich stockte kurz und sah auf die Straße. "Und jetzt fahr weiter."

Kurze Zeit blieb es still, dann hörte ich wie der Brünette einen Gang einlegte und seinen R8 die Straße hinunter bewegte.

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ICH WÜNSCHE EIN FROHES NEUES JAAAAHR🎉🎉🎉🎉

Ich hoffe ihr habt gute Vorsätze für 2017, wenn ihr wollt könnt ihr mal ein paar Kommentieren :):)

Und sorreh, das Chapter ist etwas langweilig, aber ihr werdet schon im Nächsten sehen, was sich alles ändert ;)

Frage: Denkt ihr, Harry hat sie angelogen, als er sagte, er ginge nicht fort?

My name is, slave number 53Where stories live. Discover now