Kapitel 6

4.1K 209 17
                                    

Ich starre Nathan entsetzt an und kann nicht glauben was er soeben gesagt hat.

Ich weiß, dass du mich nie betrügen würdest, aber trotzdem möchte ich, dass du dort kündigst und zwar schnellstens.

Er kann doch nicht einfach von mir verlangen, dass ich meinen Job aufgebe? Wer soll denn dann das Geld verdienen?

„Das kannst du vergessen.", sage ich verbissen und reiße mich aus seinen Händen. Ich springe fast auf und gehe ins Wohnzimmer, weil ich nicht mehr darüber diskutieren kann und will.

„Mann, Harper! Hau doch jetzt nicht einfach ab!", ruft Nathan mir hinter her. Ich setzte mich auf das Sofa und schalte den Fernseher ein, damit ich alles um mich herum vergessen kann.

Ich weiß, dass es nicht schlau von mir ist, dieser Diskussion aus dem Weg zu gehen, aber ich habe es so satt, ständig mit Nathan zu streiten. Manchmal brauche ich einfach meine Ruhe und diese finde ich durchs fernsehen.

Ich schalte die Lautstärke extra Laut auf und lehne mich entspannt zurück. Von Nathan sehe ich keine Spur mehr. Wahrscheinlich hat er sich in unser Schlafzimmer zurückgezogen.

--•--

Ich schalte wahllos durch die Sender und bin schon kurz davor, den Fernseher abzuschalten. Immerhin habe ich bereits über eine Stunde geschaut und langsam schmerzen meine Augen und vor allem mein Gehör, da ich die Lautstärke nicht mehr gesenkt habe.

Nach weiteren Minuten, in denen ich immer noch keine richtige Sendung gefunden habe, schalte ich den Fernseher aus und lege mich auf das Sofa. Als ich eine bequeme Stellung gefunden habe, versuche ich meine Augen zu schließen und ein wenig zu schlafen. Doch schon nach fünf Minuten höre ich, wie eine Türe aufgeht und sich mir Schritte nähern.

Ich öffne meine Augen und hebe meinen Kopf, damit ich sehen kann, wer zu mir kommt. Nathan.

Er tastet sich vorsichtig am Sofa entlang und hebt meine Füße an, damit er sich auch setzen kann. Natürlich so nah, wie möglich zu mir.

„Können wir jetzt darüber reden, Harper?", fragt Nathan mich und fährt mit seinen Fingern über meine Füße, berührt sie und löst mit einer einzigen Berührung einen Vulkan in mir aus.

„Ich wüsste nicht, was es noch zu reden gibt." Meine Stimme klingt kratzig und rau. Wieder überfährt mich eine Gänsehaut, die mich noch kirre macht. Schnell ziehe mich meine Füße zu mir, setzte mich auf und sehe Nathan an, der mich verwirrt anblickt, nicht weiß, warum ich mich seinen Berührungen entzogen habe.

„Bitte stell dich jetzt nicht so an, Harper." Nathan's Blick verändert sich zu verzweifelt.

„Wie stell ich mich denn an?"

„Du führst dich wie ein kleines Kind auf, wenn es um eine ernsthafte Unterhaltung geht.", sagt Nathan aufgebracht und verändert seine Sitzposition. Er schüttelt seinen Kopf und fährt sich mit einer Hand durch die Haare.

Fast möchte ich ihm sagen, dass er sich wie ein kleines Kind aufführt, weil er nicht verstehen möchte, dass ich nicht darüber reden möchte.

„Und ich bitte dich jetzt einfach mit mir darüber zu reden, Harper." Nathan schaut mich an und ich erwidere seinen Blick, halte ihn stand und weiß nicht, was ich sagen soll.

„Dann rede!", sage ich und verschränke meine Arme vor der Brust.

„Gut, dann fang ich eben an!" Nathan schnauft tief durch, ehe er auch schon zu reden beginnt.

„Du weißt schon lange, was ich davon halte, dass du arbeiten gehst. Ich hasse es, weil ich der verdammte Mann bin und das Geld verdienen müsste. Aber irgendwie geht das nicht in deinen Kopf, Harper. Du musst doch selbst wissen, dass alle Männer das Geld verdienen und nicht die Frauen? Wieso also willst du mich nicht arbeiten lassen? Und jetzt sag bloß nicht, weil ich nichts sehen kann, denn das ist kein verdammter Grund!" Nathan wirkt aufgebracht und aufgelöst. Fast verzweifelt.

Love Is Stronger 2Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt