Kapitel 22 - Was der Kopf weiß

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Harry stand direkt auf und verschwand ohne ein weiteres Wort im Bad. Louis war froh, dass er und Typ bereits gekommen waren und kroch schnell von dem runter.

Der lächelte Louis an, seufzte zufrieden, patschte in ihrem vermischten Sperma auf seinem Bauch herum und robbte dann im Bett Richtung Nachttisch, aus dessen Schublade er sich eine Küchenrolle griff und sich grob reinigte, bevor er sie Louis hinhielt.
Also tat der es ihm gleich, während Typ das Fenster öffnete, sich splitterfasernackt auf die Fensterbank setzte und sich aus einer Jeans eine Packung Zigaretten samt Feuerzeug fischte. Sofort zündete er sich eine an und blies den Rauch in den Himmel, dem man längst ansah, dass sich der Tag gen Abend neigte.

"Ich bin Leonard.", sprach er dann und sah Louis an.
"Äh... Ich bin Louis."
"Ich weiß. Hat Harry gesagt."
"Oh.", machte Louis und konnte nicht verbinden, dass er rote Bäckchen bekam.

"Du weißt, dass das, was du da tust, höchst ungesund ist?"
"Hm?", machte Louis und Leonard nickte Richtung Flur.
Louis guckte planlos in den Flur. Er hatte doch nichts anders gemacht, als der Andere, oder? Rauchen war höchst ungesund. Aber das tat Leonard und nicht er.

Der seufzte bei seinem Blick und sagte dann: "Ich weiß, was ich hier zu erwarten habe. Nämlich geilen Sex. Zu zweit, dritt, viert, zehnt - Scheiß egal. Ich komme immer auf meine Kosten. Eine absolut geile und befriedigende Zeit. Aber das war's auch schon."
Louis nickte nur. Wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er ahnte bereits, dass er das kommende Gespräch nicht mögen würde.

"Harry will genau das. Und wenn beide sich darüber einig sind, hat man eine geile Zeit und fertig. Man darf nur einen Fehler nicht machen."
"Und der wäre?", fragte Louis, was wohl von ihm erwartet wurde.
"Man darf sich nicht verlieben. Harry ist kein Boyfriend-Material. Absolut nicht. Du bist nicht der Erste und wirst nicht der Letzte sein, der sich mehr erhofft bei ihm. Du bist süß, Louis. Süß und unverbraucht. Wenn du auch nur einen Funken Verstand hast, dann gehst du daraus und suchst dir einen süßen Boy und sammelst mit dem Erfahrungen."
"Weil du-"
"Oh, Schatz. Ich will Harry nicht für mich. Wollte ich Mal. Aber... Harry ist einer dieser Typen, die eine Naturgewalt sind. Du kannst die nicht kontrollieren oder zähmen. Die sind wie ein Sturm. Sie sind faszinierend anzusehen und ihre Macht ist... berauschend, aber... Sie sind zerstörerisch, wenn du sie zu sehr willst. Und wenn du liebst, willst du zu sehr."
"Du wolltest ihn auch..."
"Ja."
"Aber?"
"Aber ich habe verstanden, dass ich ihn nicht haben kann. Ich bin auf Dates gegangen, habe einen tollen Kerl kennengelernt und habe eine glückliche Beziehung."
"Äh... Was machst du dann hier?"
"Was soll ich sagen? Die Geilheit treibt mich her. Aber das ist okay. Mein Bedürfnis nach Liebe und Nähe bringe ich hierher nicht mit. Und genau das solltest du auch nicht tun. Denn das kann hier ordentlich kaputt gehen. Und ganz ehrlich: Such dir wen, der dir alles geben kann."
Louis sagte nichts. Konnte Harry nicht Mal wieder kommen?

"Nicht jeder, den Harry noch so fickt ist ein Arsch. Und wenn du automatisch erstmal davon ausgehst, dass er eins ist, dann weißt du, dass du Gefühle mitbringst, die dir auf Dauer nicht gut tun werden. Ich fand es geil mit dir. Auch dein süßes Konkurrenzgerangel. Ich mag sowas und Harry hat definitv von profitiert", sprach Leonard nach einem Moment weiter.
Wieder erwiderte Louis nichts.
Leonard drückte die Zigarette an der Fensterbank außen aus und warf sie hinaus, bevor er das Fenster schloss und wieder zum Bett kam.

Louis beobachtete ihn still, als die Badezimmertür geöffnet wurde und Harry zurück kam.

Der lehnte nackt am Türrahmen und betrachtete die beiden Jungs auf seinem Bett. Leonard sah Harry entgegen und spreizte einladend die Beine.

Louis lag noch immer so da, dass er möglichst nicht das ganze Bett mit Harrys Sperma einsaute und kniff irgendwie den Po zusammen.

Und da war er wieder: der Moment, in dem er dachte, er sollte einfach duschen und gehen. Leonard hatte Recht. Vielleicht sollte er sich einen anständigen Kerl suchen und sich verlieben und all die Dinge machen, die Pärchen machten.
Sobald Harry mit Leonard herum machen würde, würde er gehen. Punkt. Fertig. Aus. Entschieden.

Und dann senkte sich die Matratze hinter ihm und eine warme Hand legte sich auf seinen Bauch. Lippen nippten an seinem Ohrläppchen und ein Atem streichelte seine Wange.

Genau das war das Problem: Harry schien zu spüren, wann er mit sich haderte und war genau dann genau so, wie Louis ihn brauchte.
Jetzt war er so sanft und, auch wenn er das Wort vielleicht nicht benutzen sollte, aber liebevoll.

Sofort rutschte Leonard von vorn an Louis heran und verwickelte ihn in einen Kuss, als Harry wieder in ihn eindrang und Louis nicht mehr daran dachte zu gehen.

-

Irgendwann ließ sich Louis einfach auf die Seite kippen. Er konnte nicht mehr und schloss die Augen. Drei Orgasmen. Und ihm lief Harrys Soße aus seinem offenem Arsch.

"Jetzt kann er nicht mehr. In den Schlaf gefickt.", kicherte Leonard.
"Gut. Du kannst dann jetzt gehen."
"Soll ich ihn wecken und mitnehmen?"
"Nein."
"Du kannst ihn nicht mitten in der Nacht raus schmeißen... Der kommt ja unter die Räder."
"Habe ich gesagt, dass ich das vor habe?!"
"Oha. Na dann.. viel Spaß noch."
"Grüß deinen Schlappschwanz von Freund."
Louis hörte ein belustigtes Grinsen heraus, bevor beide lachten. Vermutlich hatten die sich irgendwelche Gesten gezeigt oder so.

Sollte er zeigen, dass er, wenn auch knapp, aber doch noch irgendwie wach war? Aber die Vorstellung das Bett verlassen zu müssen bereitete ihm beinahe körperliche Schmerzen und er schlief schon halb.

Also blieb er liegen und genoss es, wie eine Decke über ihm ausgebreitet wurde. Er genoss es, wie Harry sich von hinten an ihn schmiegte, seinen Kopf auf Louis Schulter ablegte und dann offensichtlich selbst einschlief.

Louis wusste, dass Leonard Recht hatte. Mit allem, was er gesagt hatte. Aber was brachte ihm das Wissen?
Er wusste im Kopf doch, dass er nicht hier sein sollte. Wirklich.

Aber... Wie sie hier jetzt so lagen, fühlte es sich so unendlich viel intimer an, als alles, was sie eben gemacht hatten. Das hier: das war es, was Louis wollte. Er wollte nicht nur her kommen und Spaß haben, wie Leonard. Louis wollte alles.

Jetzt interessiert mich sehr, wie ihr Leonard findet?
Bis dann.
Viele Grüße ^⁠_⁠^

Innocent - Wird fortgeführt auf StorybanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt