Kapitel 35 - Ansehen

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Louis wusste nicht mehr genau, wie sie ihre Unterwäsche losgeworden waren. Aber irgendwann presste Harry ihn mit dem Gesicht gegen die Wand und bearbeitete sein Loch mit seinen Fingern und seiner Zunge, wobei er äußerst sanft vorging und irgendwie war ganz zum Schluss etwas dabei, was wirklich gut tat. Vielleicht eine Salbe oder sowas. Das machte es Louis viel viel angenehmer, wobei es vorher auch längst nicht unangenehm gewesen war.

Als er Louis umdrehte, ihn in einen tiefen Kuss zog und ihn auf seine Hüfte hob, sodass der instinktiv seine Beine um ihn schlang..  spätestens da spürte Louis sie wieder. Die Sucht nach Harry. Selbst wenn er ihm möglichweise dabei half, ihn zu zerstören. Es machte keinen Unterschied. Louis wollte das hier mit jeder Faser seines Seins. Und wenn es seinen Untergang bedeutete, würde er ihn heraus zögern, um ihn länger zu genießen.

Als er durch die Schwerkraft auf Harrys Glied rutschte und ihn in sich spürte, fühlte er sich wieder so vollkommen, so warm, so gewollt, so unendlich... Für diesen Moment fühlte er sich unsterblich. Immer wieder suchten seine Lippen die von Harry.
Unter dem laufenden Wasser fühlte er sich gefangen und gleichzeitig so frei wie nie. Er strich um Harrys Nacken, hauchte ihm ins Gesicht, während der schwer atmete und Louis mit dem Rücken gegen die Wand presste.

Es war kein harter Sex, nicht irgendwie schnell. Es war... Auf eine gewisse Art wohl verzweifelt. Auch wenn Louis nicht einschätzen konnte, woran das lag. Es war schwer zu beschreiben. Aber wenn Harry ihm, während er sich tief in ihm bewegte in die Augen sah und was noch viel wichtiger war: Louis in seine Augen sehen ließ... Es war auf eine Art eine Verbundenheit, die lose war, aber gleichzeitig auch unglaublich unumstößlich.

Fast wollte Louis ihn bitten, langsamer zu machen. Wollte es länger haben. Wollte nicht, dass es vorbei war. Aber Harry trug die ganze Zeit sein Gewicht. Und er wollte diese Art Stille, die nur aus dem Fließenden Wasser, ihren Geräuschen der Lust und dem leichten klatschen von Haut auf Haut bestand, nicht durch Gerede stören.
Nachdem erst er und dann Harry gekommen war, spürte er erst, wie müde er war.

Sie duschten sich nochmal ab und dann brachte Harry Louis ins Wohnzimmer. Der legte sich einfach aufs Sofa und schlief innerhalb von Minuten ein.

Harry saß da und beobachtete die ruhigen Atemzüge eine Weile. Dann stand er auf, nahm eine Decke und bedeckte Louis damit.
Wieder setzte er sich und wieder sah er ihn an. Splitterfasernackt.

"Hey. Willst du das noch ficken, oder kann das weg?", sprach plötzlich der Typ der letzten Nacht neckisch und küsste seine Schulter.

Harry fixierte noch immer Louis.
"Verpiss dich."
"Wer? Ich?!", fragte der Typ und es klang, als würde er einen Scherz machen. Als sei es logisch, dass nicht er gemeint ist.

"Ja. Du.", kam es nur kalt zurück.
"Dein ernst?! Ich habe gestern meinen Freund betrogen! Nach vier Jahren!"
"Wieso ist es mein Problem, was du machst?", fragte Harry desinteressiert, beobachtete, wie die langen Wimpern beinahe Louis' Haut streichelten.

"Ist das dein Ernst, du Arschloch?!"
"Also ich hab niemanden betrogen. Wer ist hier also das Arschloch? Und jetzt zisch ab und mach wem anderes eine Szene.", sprach Harry genervt.

Kurz hörte man noch empörtes Schnaufen. Dann trat der Typ geräuschvoll zurück ins Schlafzimmer, rumpelte dort kurz herum und dann hörte man Schuhe über den Flur trappeln, bevor die Wohnungstür geräuschvoll geschlossen wurde.

Die ganze Zeit hatte Harry den Blick nicht abgewendet.

Als es klingelte war beinahe eine Stunde vergangen und Harry hatte noch immer nichts anderes getan.

Dennoch ging er jetzt zur Tür. Noch immer nackt.

Er öffnete und machte sich keinerlei Gedanken darüber, ob seine nackte Pracht unangemessen sein könnte.

"Hi Harry. Sag Mal, ist Louis bei dir? Seine Sachen sind noch alle da. Nur er ist weg. Sag mir nicht, der läuft nackidei durch London. Das wäre wirklich eine ganz schlechte Idee. Nicht, dass er nicht das Aussehen danach hätte, ich meine, wirklich, der Junge ist knuffig und äußerst hübsch anzuschauen. Aber dennoch... Das wäre wirklich viel zu kalt und wenn man sich dann noch überlegt, wem er alles begegnen könnte und überhaupt. Wenn er-"
"Er ist hier."
Der Kontrast war überwältigend. Niall schnabbelte viele Wörter sehr schnell und Harry sprach wenig ganz langsam.

"Oh! Er ist hier. Das ist gut. Oder? Ist das gut? Ich meine ist es doch? Das müsste doch gut sein? Oder was denkst du?"
"Es ist, was es ist. Willst du ihn jetzt mitnehmen?"
"Wo ist er denn? Also wenn du ihn ans Bett-"
"Er schläft. Auf dem Sofa."
"Bestimmt wegen der grauen Wandfarbe bei mir. Ist ja vollkommen out. Wusstest du das? Ich muss dringend was mit den Wänden machen. Wenn meine Gäste jetzt schon zu dir abwandern, dann-"
"Er ist wohl nicht wegen der Wandfarbe hier."
"Oh gut. Trotzdem werde ich heute streichen. Mit Louis. Denn wenn er mitmacht, dann können wir danach noch-"
"Er bleibt länger?"
"Ja. Bis morgen noch. Ist angeblich mit einem Mädel in London. Da halten bei ihm zu Hause ja alle die Füße still. Die machen sich sonst alle Sorgen, dass ihr kleines Mäuschen unter die Räder kommt und da wollte er sie nicht weiter be-"
"Zurecht."
"Was?"
"Zurecht machen die sich Sorgen."
"Oh... Ja.. das stimmt wohl.. äh..  also... Jedenfalls ist er noch bis morgen da. Morgen um vier geht's zurück. Und bis dahin können wir noch streichen und ich wollte ihm die Tappas Bar zeigen. Wo vorher das Nagelstudio drin war. Warst du da schonmal? Du könntest auch mitkommen und-"
"Danke, aber ich habe schon was vor.", lehnte Harry ab und führte Niall ins Wohnzimmer, wo Louis unverändert lag und schlief.

"Er ist schon süß. Also ich bin hetero und sehe das. Ich meine, viel machen ja immer die Haare. Mit der Frisur steht und fällt die Attraktivität eines Menschen. Das ist einfach so. Aber wenn es nicht die Wandfarbe ist... Wieso kommt er dann zu dir nur zum Schlafen?", fragte Niall noch immer etwas geknickt.
"Wenn ich das nur wüsste...", murmelte Harry und fixierte wieder Louis' Gesicht.

Armer Niall...
Bis dann.
Viele Grüße ^⁠_⁠^

Innocent - Wird fortgeführt auf StorybanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt