Kapitel 23 - Die Analyse eines Schlafzimmers

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Herzlichen Glückwunsch nachträglich an schneebrise. Ich hoffe du hattest vorgestern einen tollen Tag und dir und allen anderen viel Spaß beim neuen Kapitel 🤗

Louis erwachte von einer Bewegung unmittelbar in seiner Nähe. Verwirrt öffnete er die Augen und sah gerade so noch, wie Harrys nackiger Hintern - und nicht nur der, sondern der ganze Körper Harrys - aus dem Schlafzimmer verschwand.

Er fühlte einmal tief in sich hinein, um zu ergründen, wie es ihm ging. Also er hatte eine Dusche bitter nötig. Sein Po fühlte sich ein wenig wund und komisch an. Vermutlich weil Harrys Soße aus ihm raus gelaufen war... Harrys Soße..  sofort fand er sich in einem äußerst anregenden Film wieder, der den gestrigen Abend betraf.
Dann dachte er wieder drüber nach, dass er seine Familie gerade irgendwie hinterging und versetzte damit der aufkeimenden Lust einen äußerst effektiven Dämpfer. Er sollte das nicht tun. Genau wie gestern die Fußballjungs. Er sollte sein Umfeld nicht so behandeln, weil Harry ihn "anforderte", dachte er voll reflektiert und befühlte sich dann seinen Po und war wieder unglaublich stolz, dass Harry in ihn und nicht in Leonard gekommen war.

Leonard... Louis hätte da jetzt so im Nachhinein schon so einige Fragen. Ob er Harry fragen könnte? Der hatte ja gestern mit Leonard über dessen Freund gesprochen. Aber würde Harry darüber mit ihm reden wollen? Louis wollte Harry keinesfalls nerven oder langweilen oder verärgern oder so.

Er war ja gerade schon froh, dass Harry die Wohnung nicht verlassen hatte, wie nach seinem ersten Mal. Wobei... Vielleicht hatte der genau das vor, wenn er da im Bad fertig wäre? Nein... Er hatte doch gewollt, dass Louis bei ihm blieb. Oder gab es da noch irgendeine Haken? Wollte er, dass Louis hier blieb, damit er selbst gehen könnte? Ergab das Sinn? Louis war sich da gerade nicht so ganz sicher.

Er setzte sich etwas auf, um nach seinem Handy zu greifen, als er spürte, wie ihm wohl noch etwas aus dem Po lief. Das fühlte sich so unendlich viel mehr an, als es vermutlich eigentlich war.
Trotzdem reichte es, damit Louis sich irgendwie auf die Seite schob, um ja keine Flecken auf dem Laken zu hinterlassen. Wobei... Das war das selbe Laken wie gestern Abend. Eigentlich könnte er also auch einfach alles laufen lassen. Aber das tat erbnicht, sondern legte sich auf die Seite, versuchte nebenbei den Bauch einzuziehen und legte sein Handy schnell wieder weg, als er mehrere Nachrichten und verpasste Anrufe sah.

Wie lange brauchte der denn im Bad?! Louis sah sich um und stellte fest, dass Harrys Schlafzimmer ein bisschen aussah wie einem Möbelkatalog entsprungen. Selbst die Klamotten auf dem Stuhl wirkten irgendwie beabsichtigt. Sie passten farblich zusammen. Oder trug der einfach nur Kleidung, wo alles miteinander harmonierte?
Es gab weder Fotos noch Bilder an den Wänden. Überhaupt wirkte der Raum irgendwie unpersönlich. Er erinnerte Louis an ein Hotelzimmer. Es gab nichts, was so wirklich die Aufmerksamkeiten auf sich zog. Vielleicht fokussierte man deswegen Harry so? Gewagte Theorie und wenig valide, betrachtete man den Umstand, dass Louis ihn in einem Club kennengelernt und sich quasi schockverliebt hatte.

Schließlich trat Harry aus dem Bad und was sollte man sagen? Er sah aus wie frisch aus dem Ei gepellt. Toll. Nackt und hinreißend. Dagegen sah Louis ja jetzt Mal so richtig schön Scheiße aus.

"Oh. Du bist wach.", stellte Harry das Offensichtliche fest.
Shit! Hätte er sich schlafend stellen müssen?? Tat man das? War es unakzeptabel, das Interieur im Bezug auf die Psyche des Bewohners hin zu analysieren?!

"Äh....ja... Ich würde dann auch Mal eben ins Bad?", fragte Louis, als Harry wieder ins Bett kletterte und ihn küsste. Mit Zunge.
Scheiße! Harry schmeckte nach Zahnpasta. Louis selbst bestimmt nicht. Garantiert nicht. Aber Harry schien das nicht zu stören.

"Okay.", sagte der dann nur, rollte sich von ihm runter und schaltete den Fernseher an der gegenüber liegenden Wand an.

Kannten diese seltsame Laufart mehr Leute? Diese: Oops, ich laufe aus. Ich will schnell zum Klo, während ich gleichzeitig die Beine zusammen kneifen muss, damit nichts raus tropft?

Es sah ein bisschen aus, wie ein Flamingo, der auf einer Eisscholle stand und keine kalten Füße haben wollte, weshalb er gern beide Beine gleichzeitig anziehen wollte, während er von der Eisscholle lief.

Louis war Harry dankbar, dass der zum Fernseher sah und nicht zu ihm, wie er da so davon wackelte.

-

Als er aus dem Bad kam und sich wieder fühlte wie ein richtiger Mensch, saß Harry, wie Leonard gestern, auf dem Fensterbrett. Er war noch immer nackt und betrachtete wohl den Hinterhof des Drogeriemarkts unten. Der Fernseher war ausgeschaltet.

Unsicher stand Louis in der Tür. Er hatte sich das Badetuch umgebunden, weil er sich unter der Dusche den Abend nochmal durch den Kopf gehen lassen hatte und im Folge dessen leider so hart war, dass er seine Latte als Handtuchhalter hätte benutzen können. Aber er war sich unsicher, ob er nicht jetzt besser doch gehen sollte. Seiner Familie und seinen Freunde schuldete er da quasi noch die eine oder andere Entschuldigung.

Harry wandte den Blick von draußen ab und Louis zu.
Er lächelte nicht, aber streckte die Hand nach ihm aus.
Da war sie wohl wieder. Die Dunkelheit, die nach ihm griff.
Und wie eine Sternschnuppe funkelte Louis, als er fiel und zwischen Harrys geöffnete Beine trat, der ihn wieder in einen Kuss verwickelte.

Heute Morgen waren es nur sie zwei. Und wieder versank Louis in dem Strudel aus Lust und Verlangen. Louis wollte es so verdammt gut machen. Er wollte der Beste sein. Er wollte, dass Harry all die anderen vergaß und nur noch ihn sah. Nur noch ihn wollte. Gleichzeitig genoss er es, wenn Harry ihn so behandelte, als sei er seine kleine Schlampe und bräuchte nichts dringender als Harrys Schwanz in seinem Arsch. Es hatte etwas erniedrigendes, was Louis irritierenderweise geil machte.

-

"Harry?", fragte Louis, als er auf dem Bauch lag und sich seine Atmung normalisiert hatte.
Harry lag auf dem Rücken und quer im Bett, sodass sein Hinterkopf auf Louis' Steiß lag.

"Hm?"
"Kann ich was fragen?"
"Klar."
"Leonards Freund... Weiß der... Dass Leonard her kommt?"
Harry hob seinen Kopf und blickte Louis irritiert an, was diesen seine Frage sofort bereuen ließ, dann aber senkte Harry seinen Kopf wieder, schloss entspannt die Augen und meinte: "Ja. Weiß er. Er selbst kümmert sich im sexuellen Sinne eher selten um Leonard, der es öfter braucht. Ich sorge, laut Leo dafür, dass ihre Beziehung funktioniert."
"Ähm... Kennst du den Freund?"
"Nein. Und werde ihn auch nie kennen lernen. Er hasst mich."
"Und trotzdem akzeptiert er das so?"
"Er liebt Leonard. Das ist es, was Liebe mit einem macht. Nichts weiter. Nur Liebe."

So, Schlafzimmeranalyse abgeschlossen.
Was denkt ihr?
Bis dann.
Viele Grüße ^⁠_⁠^

Innocent - Wird fortgeführt auf StorybanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt