42. oder von einem egoistischen Bräutigam

1.3K 75 0
                                        

Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg. - Henry Ford

---------------------

"Aber ich bin Louis' Schwester! Er ist genauso Teil der Band wie Harry, also wieso würde mich diese Beziehung so darstellen? Ich kann ja sozusagen immer Louis anpumpen." Was ich natürlich nicht machte. Justin versuchte mir zu erklären, wie das ganze lief, aber ich verstand es einfach nicht. Schlussendlich lief es darauf hinaus, dass wir gegenüber auf dem Bett saßen und zwischen uns ein Haufen Stofftiere, mit denen mit Justin alles bildlich darstellen und erleichtern wollte. Es klappte trotzdem nicht.

C H L O É
Ich verstand Harry einfach nicht, und zu allem übel, schien ich die einzige zu sein. Bis jetzt, schliesslich hatte ich erst Justin eingeweiht, dass Schluss war. Wie würden wohl die anderen reagieren? Taylor zum Beispiel konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Aber das war im Moment auch egal, da sie sich mit ihrem Freund vergnügte, und das deutlich hörbar.
Es war spät abends, als Taylor sich von Taylor verabschiedete, und Justin war bereits gegangen. Das Spektakel mit den Kuscheltieren wurde aufgegeben. Ich stellte mich schlafend, da ich keine Lust hatte, mich mit Taylor zu unterhalten, die sich dann auch bald hinlegte. Ich wusste, wenn ich jetzt nicht schlafen würde, wäre ich am nächsten Tag furchtbar ausgelaugt.
Am nächsten Tag wachte ich aus meinem Halbschlaf auf, weil ich die Kaffeemaschine hörte. Taylor war wohl schon wach, und als ich auf die Uhr sah, wollte ich am liebsten wieder ins Bett: es war vier Uhr morgens. In zwei Stunden würde ich bei dem Shoot sein müssen, und ich döste deshalb noch eine halbe Stunde vor mich hin, bevor ich duschte und mich zu Taylor in die Küche setzte. Ihre Haushälterin werkelte schon fleißig herum und fragte mich: "Wollen sie Frühstück, Miss?" Schwach nickte ich und sie stellte einen voll gefüllten Teller vor mich hin, den ich aus reiner Höflichkeit aufaß, da ich eigentlich überhaupt keinen Appetit hatte. Taylor betrachtete mich misstrauisch, sagte jedoch zum Glück nichts, bis wir im Wagen sassen. Eine Klatschzeitschrift lag auf ihrem Schoss und sie murmelte: "Wir reden später darüber." In diesem Moment verwünschte ich sie dafür, dass sie kein egoistisches Miststück war, das nur an sich selbst dachte.
Das Studio von den Leuten der People war etwas ausserhalb, aber dafür umso riesiger. Im ersten Moment sah das Gebäude aus wie eine riesige Lagerhalle, aber dafür war es viel zu liebevoll eingerichtet. In einem grossen Raum mit vielen bequemen Sesseln und einer Wand aus Spiegel wurde ich geschminkt und angezogen. Mir wurde erzählt dass sie heute sehr viele Kleiderwechsel vorhatten, und als erstes würde ich in ein weisses Fetzenkleid gesteckt. Als ich mich endlich im Spiegel betrachten konnte, sah ich, dass ich wohl eine agro-Braut darstellen sollte. Mein dunkles Makeup sah verweint aus und die Haare etwas verwuschelt, aber es gab Anzeichen einer wunderschönen Frisur.
Der Fotograph erklärte mir, dass es darum ging, dass ich von dem Bräutigam sitzen gelassen worden war. Zuerst sollte ich etwas verheult und verzweifelt Posen, und danach wütend. Ich setzte mich auf den schwarzen Boden, der einen guten Kontrast zu dem weissen Kleid darstellte, und räkelte mich dort ein bisschen, bis mir eine ziemlich echt aussehende Waffe zugeworfen wurde, die aber natürlich nicht wirklich echt war.
Später stand ich noch mit einem männlichen Model vor dem Altar. Er murmelte: "Gib mir mal deine Hand." Ich tat was er verlangte, und er kniete sich nieder, um mir einen altmodischen Handkuss zu geben. Automatisch musste ich verzückt Lächeln und der Fotograph rief: "Perfekt! Genau so! Und jetzt heb sie mal hoch, Antonio." Dieser tat, wie ihm befohlen wurde und packte mich an der Taille, um mich zuerst einfach kurz hochzustemmen, und dann herumzuwirbeln. Schlussendlich landeten wir am Boden und der Photograph rief wieder ein paar Anweisungen. "Küsst euch mal. Und lasst es verspielt aussehen!" Antonia beugte sich in Zeitlupe zu mir vor, um dem Photographen somit noch ein paar Schüsse zu ermöglichen, bevor er mich zuerst sanft küsste und dann zu sich zog. Vielleicht war er ein guter Küsser, aber ich vermisste Harry. Da könnte ich nicht objektiv beurteilen. Sorry Antonio.
Ein anderes Mal waren wir draussen, um das Studio herum waren verschiedene Kulissen aufgebaut, und ich sass im Brautkleid auf einem Pferd. Etwas Klischeehaft, wenn ihr mich fragt, aber trotzdem hatte es etwas. Antonio, der die ganze Zeit meinen Partner darstellte, hob mich das eine mal auf das Pferd, das andere Mal sass er mit mir darauf, oder er hob mich wieder runter. Als wir uns das nächste Mal umgezogen hatten, standen wir wieder bei dem Pferd draussen, aber diesmal in Sportklamotten. Der Photograph erklärte: "Wor machen gleich noch was für den Zirkus-Teil. Macht mal ein paar Kunststücke." Pah, als könnte ich sowas! Zuerst etwas verzweifelt, was ich denn machen sollte, sah ich Antonio an, der leicht zwinkerte: "Schau zu und lerne, Bella." Was für ein Macho. Er kletterte auf den Rücken des Pferdes und machte einen Salto, worauf er wieder auf dem Boden landete. Der Photograph rief: "Chloé, mach mal irgendeine Pose an dem Pferd, und Antonio, du kuschelst dich dann etwas an sie ran!" Ich stellte mich mit dem Rücken zu dem Pferd - das arme, das müsste einiges mitmachen - und legte mich halb darüber. Antonio legte eines meiner Beine um seine Hüfte und beugte sich über meinen Oberkörper. Der Photograph schien ganz begeistert, denn anstatt richtigen Kunststücken, machten wir weiter solche Bilder. Am Ende meinte er enthusiastisch: "Man sollte euch nur noch zusammen buchen! Die Chemie stimmt einfach." Abgesehen von dem, was da aus Antonios Mund kam, könnte es sogar Stimmen, aber den ganzen Tag schon hielt er sich für etwas besseres, weswegen ich ihn nicht ausstehen konnte.
Am Schluss wurde ich in ein Brautkleid aus irgendeiner vergangenen Zeit gesteckt, denn es hätte einen riesigen Rock und jede Menge Rüschen und Zierde. Ich kannte mich damit nicht aus, aber ich vermutete es kam aus dem Mittelalter. Es war nicht gerade mein Stil, aber Antonio sah auch nicht besser aus.
Als es später Abend wurde, konnte ich endlich wieder in eine bequeme Jogginghose und einen lockeren Pulli, der über eine Schulter rutschte, schlüpfen. Taylor hatte sich das Shooting die ganze Zeit angesehen und als wir im Wagen zu ihr nach Hause sassen, fragte sie sofort: "Also, was ist los? Ich merke doch, dass irgendwas los ist!" Ich seufzte: "Harry ist los. Er hat gestern angerufen, und wieder etwas davon gelabert, dass ich ja jetzt bekannt werde, und... Ja." Taylor schüttelte den Kopf: "Wie oft muss ich es dem Trottel noch eintrichtern, sowas muss er doch nicht laut sagen!" Ich zog eine Augenbraue hoch und sie erklärte: "Nach dem ersten Gespräch, dass ihr darüber geführt habt, hab ich ihn etwas zusammengestaucht, dass man sowas niemals sagen sollte, selbst wenn es stimmt. Glaub mir, viele sind heutzutage so drauf, dabei wollen sie manchmal wirklich nicht darauf hinaus. Er meint einfach, dass es hilfreich ist." Ich seufzte (wieder): "Ist jetzt auch egal." "Wieso? Hast du darüber hinweggesehen?", fragte sie überrascht. Tja, so einfach war es dann doch nicht. Möglich keine Gefühlsregung zeigend meinte ich: "Ich hab Schluss gemacht," und stieg dann aus dem Wagen, da wir angekommen waren. Ich merkte, dass sie die Autotüre zuschmiss: "Was? Bitte sag mir, dass ich mich verhört habe!" Dabei lief sie mir hastig nach und versuchte einigen Passanten auszuweichen, die sich mittlerweile zwischen uns befanden. Ich drehte mich abrupt um und erklärte zickig: "Nein! Du hast dich verdammt nochmal nicht verhört? Mit ihm ist Schluss, wir sind kein Paar mehr. Soll er sich doch ein Supermodel nehmen, das passt besser in seine Extraklasse!" "Aber du liebst ihn", protestierte sie. Ich zuckte mit den Schultern und lächelte gefaket: "Manchmal reicht Liebe einfach nicht. Anscheinend soll es einfach nicht sein. Ich meine, ich sah ihm ja auch nicht: Ach, toll dass du in einer Band bist, vor fünf Jahren hätte ich noch nichts mit dir angefangen. Wenn du dein nächstes Album herausbringst, können wir in unserer Beziehung einen Schritt weiter gehen!" Dabei kam ich mir wirklich wie eine Hollywood-Diva vor. Taylor lachte und ich sah sie verständnislos an, doch sie meinte verteidigend: "Ach komm, das war doch lustig! Rede doch einfach nochmal mit ihm, wenn du wieder in London bist. Das wird schon wieder." "Mal sehn", murmelte ich schlecht gelaunt. Sie grinste, hakte sich bei mir ein und führte mich wieder zurück zum Wagen: "Komm, ich hab eine Idee." Die Frau hatte Nerven...

⍟ Secrets ⍟ (A Harry Styles Fanfiction)Where stories live. Discover now